Menschenzentrierte Digitalisierung: Justizministerin des Kantons Sarajevo zu Besuch in Wien
14.9.2026
Die Justizministerin des Kantons Sarajevo und rechtswissenschaftliche Expertin im Themenfeld E-Government Darja Softić Kadenić war am 14. und 15. September als Vortragende und Panel-Teilnehmerin der ECC Digitaler Humanismus in Wien zu Gast. Abseits ihrer Teilnahme an der hochkarätigen Konferenz konnte die bosnisch-herzegowinische Politikerin bei einem Fachaustausch mit einem Experten der Urban Innovation Vienna (UIV) Einblicke in die digitale Agenda Wiens bekommen.
Darja Softić Kadenić ist seit 2021 Ministerin für Justiz und Verwaltung des Kantons Sarajevo. Die Universitätsprofessorin für Zivilrecht beschäftigte sich schon in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit der Reform der öffentlichen Verwaltung und mit digitaler Verwaltung (Digital Governance). Als Ministerin hat sie federführend zur Weiterentwicklung von E-Government im Kanton Sarajevo beigetragen – insbesondere in den Bereichen digitale öffentliche Dienstleistungen, effizientere Verwaltungsverfahren, elektronische Identifizierung sowie Interoperabilität.
Am zweiten Konferenztag der ECC Digitaler Humanismus am 15. September hielt die Ministerin einen Vortrag über die Digitalisierung öffentlicher Institutionen aus der Perspektive des Kantons Sarajevo. Ihr zufolge ist eine menschenzentrierte Digitalisierung eine historische Chance, die öffentliche Verwaltung zu modernisieren. Ministerin Softić Kadenić beteiligte sich auch am Panel zu Digitalisierung und Daseinsvorsorge.
Digitaler Humanismus und smarte Stadtentwicklung
Nachdem die Ministerin beim Sarajevo-Besuch von Barbara Novak, Wiens Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales, im April mit dieser bereits über die Wiener Digitale Agenda gesprochen hat, nutzte sie bei ihrem Wien-Besuch die Gelegenheit, sich vor Ort über konkrete Beispiele zu informieren.
Beim Termin bei der Urban Innovation Vienna (UIV) ging es nach einer Einführung in die Tätigkeitsfelder der UIV inhaltlich um digitale Verwaltung, E-Government-Services, Transparenz und bürger*innenorientierte öffentliche Dienstleistungen. Diese Themenfelder wurden konkret anhand der Smart Klima City Wien Strategie und auch der Digitalen Agenda 2030 der Stadt Wien erörtert.
Die Smart Klima City Strategie Wien als Schirmprojekt wurde im Kontext von Open Data, dynamischen Daten, Partizipation und Mitgestaltung sowie Menschenrechte und Künstlicher Intelligenz (Digitaler Humanismus) besprochen. Dabei wurde von den Gesprächsteilnehmer*innen betont, dass menschenzentrierte Werte bei der Entwicklung der Technologien stets im Mittelpunkt stehen sollten.
Bei der Digitalen Agenda 2030 wurden vom UIV-Experten Wiener Best Practices und Erfahrungswerte mit der Ministerin geteilt. So gibt es etwa bei digitalen Bürger*innenservices mehrere Projekte mit dem Ziel, möglichst viele Dienstleistungen über gemeinsame Websites mit nur einem Login zur Verfügung zu stellen. Danach wurde auf den KI-Kompass für die Stadt Wien eingegangen. Ministerin Softić Kadenić war hier sehr interessiert sowohl an Dokumenten als auch an Regelwerken. Ebenfalls großes Interesse zeigte die Ministerin an einer zukunftsfitten Infrastruktur für die Digitalisierung. Auch die Grundlagen für ein effizientes Datenmanagement und die Ausgestaltung eines offenen Datenökosystems wurden in diesem Zusammenhang erörtert.
Weitere Informationen
Struktur und Perspektive für nachhaltige Entwicklung – UIV
Smart Klima City Wien Strategie – Stadt Wien
Digitale Agenda 2030 – Stadt Wien
Life Sciences und Start-ups: Vizebürgermeisterin Barbara Novak in Sarajevo
ECC Digitaler Humanismus und digitale Ethik in der Praxis