Stadt Sarajevo von tagelangen Wasserengpässen bedroht
23.10.2026
Nusret Drešković, Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Sarajevo, warnt vor einer langfristigen Gefährdung der Wasserversorgung der Stadt. Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender BHRT erklärte er, dass Klimaveränderungen, kürzere Schneeperioden und die zunehmende Urbanisierung des Gebirges Bjelašnica die natürlichen Wasserreserven beeinträchtigen würden. Der Karstgrundwasserleiter der Bjelašnica trage zur Versorgung des Sarajevoer Becken bei. Da sich jedoch die unterirdischen Wasservorräte während längerer Trockenperioden nicht ausreichend erneuern würden, könnte das verfügbare Wasser künftig noch knapper werden. Drešković hält deshalb mehrtägige Versorgungsunterbrechungen für möglich. Als langfristige Maßnahmen nennt der Professor einen besseren Schutz der natürlichen Wassereinzugsgebiete und die Errichtung neuer Wasserspeicher, darunter an den Flüssen Bijela rijeka und Crna rijeka. Reparaturen am Leitungsnetz und die Verringerung von Wasserverlusten seien zwar wichtig, könnten einen grundsätzlichen Mangel an verfügbaren Wasserressourcen aber nicht ausgleichen. Drešković fordert daher, wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die Raumplanung und die Entscheidungen über den Schutz der Wasserquellen einzubeziehen.