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Zagreb / Kroatien

Absatz kostenpflichtiger Restmüllsäcke in Zagreb deutlich gesunken

Seit Oktober 2022 müssen Haushalte in Zagreb ihren Restmüll in kostenpflichtigen blauen Müllsäcken entsorgen. Bis Ende August 2026 wurden insgesamt knapp 67 Millionen Säcke verkauft. In den ersten acht Monaten dieses Jahres waren es rund 8,24 Millionen – durchschnittlich etwa 1,03 Millionen pro Monat. Im ersten Jahr nach der Einführung lag hingegen der monatliche Absatz bei knapp zwei Millionen Säcken. Auch gegenüber dem Durchschnitt seit Einführung des Systems ist der aktuelle Wert niedriger. Die Stadt und die Zagreber Stadtwerke führen den Rückgang auf eine bessere Mülltrennung zurück. Laut Zagreber Stadtwerken stieg der Anteil getrennt gesammelter Abfälle 2024 gegenüber 2022 um 60 Prozent, während die Menge des gemischten Siedlungsabfalls um 23 Prozent sank. Weniger verkaufte Säcke bedeuten allerdings nicht automatisch, dass ausschließlich mehr recycelt wird – die Verkaufszahlen allein erlauben keine eindeutige Aussage über das Verhalten aller Haushalte. In der Praxis hängt die Einhaltung der Regeln auch von der Wohnsituation ab. Bei Einfamilienhäusern lässt sich leichter feststellen, wer den Restmüll falsch entsorgt. In Mehrfamilienhäusern landen dagegen laut Beobachtungen häufig auch gewöhnliche Plastiksäcke in den Containern. Vorgesehene Kollektivstrafen für Bewohner*innen von Wohngebäuden wurden von Gerichten aufgehoben, eine neue Lösung für die Kontrolle steht weiterhin aus. Zwischen Oktober 2022 und Oktober 2025 wurden insgesamt 53.469 Vertragsstrafen im Gesamtwert von mehr als 2,5 Millionen Euro verhängt. Rund zwei Drittel beziehen sich auf private Nutzer*innen, der Rest auf gewerbliche Kundschaft. Aktuelle Angaben zur Zahl der Strafen im Jahr 2026 lagen trotz Anfrage bei den Zagreber Stadtwerken nicht vor.

Krakau / Polen

Neuer Raumfahrtfonds mit Krakauer Technologiepark als Partner

​Krakau soll beim neuen polnischen Raumfahrtfonds Vinci Space Tech Fund eine wichtige Rolle spielen. Die Polnische Staatsförderbank (BGK) stellt dafür rund 114,4 Millionen Euro bereit, um die Entwicklung und internationale Expansion polnischer Raumfahrtunternehmen zu fördern, Polens Position im europäischen Raumfahrtsektor zu stärken und sicherheitsrelevante Technologien zu entwickeln. Der Fonds ist der erste in Polen, der ausschließlich in Raumfahrttechnologien investiert. Zu den Partner*innen zählen der Mikrosatellitenhersteller ICEYE, die Polnische Weltraumagentur, das Ministerium für Entwicklung und Technologie sowie der Krakauer Technologiepark (KPT). Der Fonds konzentriert sich auf sechs Bereiche: Satelliten, Optik und Erdbeobachtung, Satellitenkommunikation, Elektronik und Photonik, Raketen und Antriebe sowie Daten und Künstliche Intelligenz. Geplant sind Beteiligungen an 15 bis 20 Unternehmen, vorwiegend aus Polen. Auch europäische Firmen mit Geschäftsschwerpunkt in Polen kommen infrage. Krakau verfügt mit der Fakultät für Weltraumtechnologie der Wissenschaftlich-Technischen Universität (AGH) und dem vom Krakauer Technologiepark​ (KPT) entwickelten Space-Tech-Ökosystem über wichtige Forschungs- und Wirtschaftsstrukturen. Als strategischer Fondspartner unterstützt der KPT Unternehmen bei der Vermarktung ihrer Technologien, der Geschäftsentwicklung und der Vernetzung mit Partner*innen und Investor*innen.

Sofia / Bulgarien

Nationales STEM-Zentrum im Sofia Tech Park eröffnet

​Im Sofia Tech Park wurde am 29. September 2026 das neue Nationale STEM-Zentrum feierlich eröffnet. Die Einrichtung soll als landesweites Kompetenzzentrum für die Förderung von Naturwissenschaften, Technologie, Ingenieurwissenschaften und Mathematik dienen und eine engere Verbindung zwischen Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft schaffen. Nach Angaben von Innovationsminister Ivan Vassilev (parteilos) soll das Zentrum Schüler*innen sowie Lehrkräften Zugang zu modernster Infrastruktur und innovativen Lernmethoden bieten. Der Standort im Sofia Tech Park wurde bewusst gewählt, da sich in unmittelbarer Nähe wichtige Forschungs- und Innovationsakteure wie der bulgarische Supercomputer, das Forschungsinstitut INSAIT sowie Technologieinkubatoren und Investitionsfonds befinden. Das Zentrum verfügt über spezialisierte Labore für Naturwissenschaften, grüne Technologien, Robotik, Kü​nstliche Intelligenz, Mathematik und Informatik. Darüber hinaus umfasst die Anlage Außenlernflächen, eine STEM-Spielzone, ein Gewächshaus, ein Freiluftklassenzimmer, ein Amphitheater sowie Sporteinrichtungen. Das mit 17,5 Millionen Euro aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan finanzierte Projekt soll praxisorientiertes Lernen fördern und Schüler*innen, Lehrkräfte, Olympiamannschaften und Expert*innen vernetzen. An der Veranstaltung nahmen Vertreter*innen der Regierung, des Bildungswesens und der Wissenschaft teil.​

Sofia / Bulgarien

Konferenz zu Flüchtlingen und Schutzsuchenden in Sofia

​Am 29. September 2026 fand an der Universität für National-​ und Weltwirtschaft in Sofia die wissenschaftliche Fachkonferenz "Flüchtlinge und Schutzsuchende in Bulgarien" statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Nationalen Netzwerk für Kinder, der Staatlichen Agentur für Flüchtlinge und der Universität organisiert. ​Vertreter*innen aus Wissenschaft, staatlichen Institutionen, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft diskutierten über aktuelle Entwicklungen im Bereich Asyl und Migration. Im Mittelpunkt standen die Veränderungen der Rahmenbedingungen für Menschen, die internationalen Schutz in Bulgarien suchen, sowie die Herausforderungen für die zuständigen Institutionen. Ein weiterer Schwerpunkt war die öffentliche Wahrnehmung von Geflüchteten in den Medien, sozialen Netzwerken und der Gesellschaft. Die Teilnehmer*innen erörterten zudem Möglichkeiten zur Verbesserung der Unterstützung für Schutzsuchende und zur Stärkung des Schutzsystems für unbegleitete Minderjährige. Behandelt wurden insbesondere die Auswirkungen des EU-Migrations- und Asylpakts auf Bulgarien, die gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber Flüchtlingen sowie Unterstützungsmodelle für Fachkräfte, die mit Kindern und Schutzsuchenden arbeiten. Die Konferenz verband wissenschaftliche Analysen mit praktischen Erfahrungen aus dem Arbeitsfeld Migration und Kinderschutz.​