Streik beim Tschechischen Fernsehen wegen Rundfunkgebühren
2.11.2026
Das öffentliche Tschechische Fernsehen (ČT) schränkte am 3. November sein Programm wegen eines 24-stündigen Mitarbeiter*innenstreiks deutlich ein. Der Protest richtete sich gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren und die künftige Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien aus dem Staatshaushalt. Auf dem Nachrichtenkanal ČT24 wurde ab Mitternacht nur noch ein reduzierter Betrieb angeboten, bei dem zu jeder vollen Stunde kurze Nachrichtensendungen ausgestrahlt werden. Dazwischen zeigte der Sender Archivbeiträge, während aktuelle Meldungen weiterhin über eine Informationsleiste am unteren Bildschirmrand verfügbar blieben. Im Programm von ČT1 entfielen mehrere Sendungen, darunter auch die Regional- und Hauptnachrichtensendung, die durch eine verkürzte Ausgabe ersetzt wurden. ČT2 verzichtete unter anderem auf „Dobré ráno“ und die Nachrichten in tschechischer Gebärdensprache, während ČT art seine Kulturberichte durch Kurznachrichten von ČT24 ersetzte. ČT sport setzte während des Streiks vor allem auf Aufzeichnungen früherer Übertragungen und Archivmaterial, während das Kinderprogramm ČT unverändert weiterlief. Auch die Websites von ČT24 und ČT art, das Streamingangebot iVysílání sowie die sozialen Netzwerke des Senders wurden während des Streiks nicht regulär aktualisiert. Für außergewöhnliche Ereignisse hatten die Fernsehleitung und die Initiative "Veřejnoprávně" vereinbart, die Berichterstattung aufrechtzuerhalten. Neben dem Tschechischen Fernsehen beteiligt sich auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk an dem Protest gegen die geplante Neuordnung der Finanzierung.