City News

 

Jeden Mittwoch informieren unsere City News über relevante Entwicklungen aus unserem Städtenetzwerk in Mittel- und Südosteuropa. Das City News Archiv lädt zur weiterführenden Lektüre ein.

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Prag / Tschechien

Streik beim Tschechischen Fernsehen wegen Rundfunkgebühren

​Das öffentliche Tschechische Fernsehen (ČT) schränkte am 3. November sein Programm wegen eines 24-stündigen Mitarbeiter*innenstreiks deutlich ein. Der Protest richtete sich gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren und die künftige Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien aus dem Staatshaushalt. Auf dem Nachrichtenkanal ČT24 wurde ab Mitternacht nur noch ein reduzierter Betrieb angeboten, bei dem zu jeder vollen Stunde kurze Nachrichtensendungen ausgestrahlt werden. Dazwischen zeigte der Sender Archivbeiträge, während aktuelle Meldungen weiterhin über eine Informationsleiste am unteren Bildschirmrand verfügbar blieben. Im Programm von ČT1 entfielen mehrere Sendungen, darunter auch die Regional- und Hauptnachrichtensendung, die durch eine verkürzte Ausgabe ersetzt wurden. ČT2 verzichtete unter anderem auf „Dobré ráno“ und die Nachrichten in tschechischer Gebärdensprache, während ČT art seine Kulturberichte durch Kurznachrichten von ČT24 ersetzte. ČT sport setzte während des Streiks vor allem auf Aufzeichnungen früherer Übertragungen und Archivmaterial, während das Kinderprogramm ČT unverändert weiterlief. Auch die Websites von ČT24 und ČT art, das Streamingangebot iVysílání sowie die sozialen Netzwerke des Senders wurden während des Streiks nicht regulär aktualisiert. Für außergewöhnliche Ereignisse hatten die Fernsehleitung und die Initiative "Veřejnoprávně" vereinbart, die Berichterstattung aufrechtzuerhalten. Neben dem Tschechischen Fernsehen beteiligt sich auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk an dem Protest gegen die geplante Neuordnung der Finanzierung.​

Prag / Tschechien

Dynamische Glasabfuhr wird in Prag ausgeweitet

​Prag hat sein Pilotprojekt zur dynamischen Glasabfuhr im 11. Stadtbezirk erfolgreich abgeschlossen und das System anschließend in den regulären Betrieb überführt. Seit Februar 2025 waren dort 199 Glascontainer mit Sensoren ausgestattet, die kontinuierlich ihren Füllstand messen und die Daten an die städtische Plattform Golemio übermitteln. Ein Prognosealgorithmus berechnet, wann ein Behälter innerhalb der folgenden acht Tage voraussichtlich zu 90 Prozent gefüllt sein wird, und löst dann automatisch die Abholung aus. Dadurch konnten insbesondere bei sich langsam füllenden Containern zahlreiche unnötige Fahrten vermieden werden. Während des Pilotbetriebs wurden rund 1.200 Abholungen durchgeführt, während nach dem bisherigen festen Rhythmus etwa 3.400 Fahrten erforderlich gewesen wären. Die Zahl der Leerungen sank damit auf rund 35 Prozent des ursprünglichen Umfangs, während die Container bei der Abholung im Durchschnitt zu 84 Prozent gefüllt waren. Statt alle vier Wochen wurden die Behälter im Durchschnitt nur noch alle zehn bis zwölf Wochen geleert, ohne dass sich nach Angaben der Stadt die Qualität des Angebots für die Einwohner*innen verschlechterte. Das Projekt brachte Einsparungen von 118.000 Euro bei einmaligen Vorbereitungskosten von 33.000 Euro.​ Seit August 2026 ist die dynamische Glasabfuhr daher als reguläre Alternative zum festen Abholrhythmus im Prager Abfallsystem verankert und wurde gleichzeitig auf weitere 78 Container in benachbarten Bezirken ausgeweitet. Die Stadt prüft nun, das datenbasierte System auch bei anderen Abfallarten wie Metall einzusetzen, bei denen die Füllstände im Jahresverlauf besonders stark schwanken.​

Sofia / Bulgarien

Bulgarien führt Sondermaßnahmen für Schifffahrt im Schwarzen Meer ein

Nach einer Reihe von Angriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer führen die bulgarischen Seefahrtsbehörden per außerordentlicher Navigationsmeldung strenge Notfallregeln für alle Schiffe in ihren Hoheitsgewässern ein. Schiffskapitäne müssen ab sofort zwei Stunden vor dem Einfahren in die bulgarische Wirtschaftszone einen spezialisierten Bericht übermitteln. Dieser muss den Schiffsnamen, die IMO-Nummer, die Flagge, die genauen Grenzübergangskoordinaten, die voraussichtliche Ankunftszeit sowie den letzten und nächsten Hafen beinhalten. Zudem besteht eine strikte Deklarationspflicht für gefährliche Güter, die die Bevölkerung oder das Meer gefährden, sowie für die Anzahl der Personen an Bord, die Treibstoffmengen, technische Mängel und die Kontaktdaten des Schiffsmanagers. Ferner hat der Ministerrat die Teilnahme Bulgariens an einer internationalen Initiative gebilligt, die auf den Ausbau von Luftverteidigungsfähigkeiten gegen tieffliegende Bedrohungen aus der Luft abzielt. Die Zusammenarbeit soll eine effektivere Entwicklung und Umsetzung von Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen ermöglichen. Die Regierung beschloss außerdem, dass Bulgarien einem Abkommen zwischen Frankreich und Dänemark über die gemeinsame Beschaffung von Flugabwehrraketen für die Seestreitkräfte beitritt. Das Projekt wird über das Finanzierungsinstrument SAFE f​inanziert und sieht die Lieferung von 32 Flugabwehrraketen für das Luftverteidigungssystem der Mehrzweck-Patrouillenschiffe der bulgarischen Seestreitkräfte vor.​